Montag, 13. Juli 2009

Die Wahrsagerin


Als meine Mutter noch eine junge Frau war hat sie eines Tages einmal durch ein paar Gläschen zu viel und aus Spaß zusammen mit ihren Freundinnen eine Wahrsagerin besucht. Sie wollten sich ihre Zukunft vorhersagen lassen. Eines der wichtigen Dinge, die sie an jenem Tag prophezeit bekam war folgendes:
Sie würde einen Sohn zur Welt bringen. Und dann sagte die alte Dame betonter aber gleichzeitig auch in leiserem Ton: Und sollte es tatsächlich aber ein Mädchen werden wird es eine äußerst starke Persönlichkeit werden. Sie wird eigensinnig und schwierig werden. Sie wird sich von allen unterscheiden. Sie wird eine Revoluterin, eine die für ihre Meinung und die Menschen, die sie liebt sterben würde. Eine Kriegerin. Sie wird kein Abenteuer scheuen, wird sich resolut gegen alle ihre Wiedersacher stellen. Eine Weltverbesserin, die immer für Gerechtigkeit stehen wird. So soll sie sein, wenn sie ein Mädchen wird.

Viele der Dinge die die Wahrsagerin meiner Mutter damals gesagt hat sind wahr geworden, nun ja ich bin ein Mädchen geworden. Viele der ihr prophezeiten Eigenschaften stimmen, manche aber auch nicht. Dass ihr ihre Tochter aber viele Sorgen und Schwierigkeiten machen würde, dass hat sie ihr nicht gesagt. Dass ihre Tochter all ihre Eigenschaften von der väterlichen Seite erben würde. Dass sie ein Ebenbild ihres Vater wird, mit all der Weisheit, Güte und Liebe, aber auch mit dessen Psyche und Gesundheit.
Was meiner Mutter seit dem ihren Schlaf raubt.....

Sonntag, 12. Juli 2009

Im Winter ein Jahr



Eliane Richter (Corinna Harfouch) bittet den Künstler Max Hollander (Josef Bierbichler), ein Porträt ihrer beiden Kinder zu malen, der 22-jährigen Lilli (Karoline Herfurth), einer talentierten Tanz-Studentin, und des 19-jährigen Alexander (Cyril Sjöström), der vor einem knappen Jahr tödlich verunglückt ist. Als Lilli, zunächst lustlos, zu Sitzungen im Studio des Malers erscheint, merkt dieser schnell, dass sie in großen emotionalen Schwierigkeiten steckt und er versucht, die ehemals tiefe Verbindung der Geschwister besser zu verstehen. Es entsteht eine vorsichtige Annäherung zwischen den beiden und das Psychogramm einer komplexen Familie. Am Ende hat das Bild der Geschwister wenig mit dem zu tun, was sich Eliane ursprünglich erhofft hat und kann gerade deshalb den Weg ebnen für einen neuen Anfang.
Ein wunderbarer Film. Die Deutschen verstehen sich eben in Gefühlen...

Simone White



Ja sie hat es. Das Talent eine unglaublich eindrucksvolle Musikerin zu sein. Die aus Hawaii stammende Simone White konnte garnichts anderes als Künstlerin werden. So lag doch schon dieses Gen in der Familie. Ihre Großmutter war ein Showgirl, eine Sängerin und eine Tänzerin. Ihre Mutter eine Folksängerin, ihre Tante schrieb Popsongs, ihr Vater war Künstler, der Skulpturen erschuf. Ihre Familie lebte wie Nomaden, sie waren nie an einem Ort zu Hause. Sie war immer allein und fand nie Freunde. Um sich ausdrücken zu können fing Simone ziemlich früh an zu fotografieren zu malen und schließlich Musik zu machen. Sie folgte einfach ihrem Herzen, das soviel zu sagen hatte. Und hier ist sie. Eine Musikerin, deren Songs einfach alles mir wichtige verbindet: Stimme, Poesie, Ironie, Nostalgik, Kritik.
Zum Träumen, zum Nachdenken, zum Mitsingen und zum Weinen. Für traurige und fröhliche Tage. Perfekt um sie auf den Feldern und Wiesen in Irland oder Südengland zu hören. Einfach wundervoll
. Hier eines meiner Lieblingsvideos von ihr:
Simone White: The Beep Beep Song

Donnerstag, 9. Juli 2009

Einmal im Leben


Einmal im Leben sollte jeder kurz entschlossen in den falschen Zug steigen und gespannt sein, was passiert. Einmal im Leben sollte jeder in einer Sommernacht sein Bett nach draußen schaffen, unter dem Sternenhimmel einschlafen und zusehen, wie die Welt sich dreht. Einmal im Leben sollte jeder einen Brief an einen geliebten Menschen schreiben, der gestorben ist, und die Himmelspost unter dem Efeu auf dem Grab verstecken. Einmal im Leben sollte jeder bedenkenlos zurücklächeln, wenn ihm auf der Straße zugelächelt wird. Einmal im Leben sollte jeder seinem alten Teddy seinen Kummer anvertrauen. Einmal im Leben sollte jede Frau im Abendkleid in einen Springbrunnen steigen. Einmal im Leben sollte jeder die Hand eines Menschen einen Augenblick länger halten als nötig. Einmal im Leben sollte jeder in der letzten Reihe im Kino sitzen und küssen, bis der Film zu Ende ist. Einmal im Leben sollte jeder so lange an einem Fluß entlanggehen, bis er seinen Gedanken zu Ende gedacht hat. Und viele andere Vorschläge für ein erfüllteres Leben. Animierend geschrieben und warmherzig illustriert. Ein Buch zum Träumen und zum Tun, das ein Lächeln hervorzaubert.

Ist das nicht wundervoll. Ich werde es verschlingen...
Einmal im Leben sollte jeder eine Dummheit aus Liebe begehen von Rosalie Tavernier

Montag, 6. Juli 2009

Barcelona

Nun ja, ich bin wohl verpflichtet meinen neugierigen Lesern über den Aufenthalt in Barcelona zu berichten. Also, dann fange ich mal an. Es war mir eindeutig und unweigerlich zu heiß. Ich habe mich selbstverständlich schon vor Reiseantritt über das momentane Klima informiert, da hieß es bis zu 27 Grad. Dass es dann allerdings gemessene 32 Grad abends um halb zehn noch waren hat mich dann doch überrascht. Meinen neuen Glitzy Blazer und die unzähligen Strickjacken hätte ich mir sparen können. Von wegen: Am Abend weht bestimmt ein frischer Wind vom Meer; Pustekuchen. Unser Hotel war toll, 17. Stock eines Business Luxushotels, die Zimmer mit Glaswänden mit Blick auf die ganze Stadt waren nicht zu verachten. Im 23. Stock konnte man den Gott sei Dank erfrischenden Swimmingpool genießen. Ich glaube ich bin noch nie in einem Hotel abgestiegen, indem die Angestellten einen höflich fragen, ob sie denn ein Taxi bestellen sollen. Die Stadt selber ist laut, pulsierend und überfüllt. Ich versuche immer ohne Vorurteile und sichselbsterfüllende Prophezeiungen an die Dinge heranzugehen. Schon einmal habe ich schlechte Erfahrungen mit den lieben Spaniern gemacht. Und ja, manchmal sind Vorurteile nicht nur Klischees. Die Spanier sprechen überhaupt kein Englisch, sind (gerade in den U-Bahnen) übernatürlich laut, wirken arrogant und behandeln ihre Gäste zu guter Letzt auch noch irgendwie herablassend. Sie halten nichts von Touristen, das merkt man sofort. Dass sie mit denen ihren Lebensunterhalt verdienen spielt ja vermutlich keine Rolle. Ob sie wirklich den englischen Sprache nicht bemächtigtsind, wer weiß, vielleicht wollen sie auch einfach nicht. Diese völlig übertriebene- ja ich würde es sogar als anmaßend bezeichnen- Art zu sprechen, laut und überschwänglich zu gestikulieren und einen dabei keines Blickes zu würdigen. Es wirkt gekünstelt und aufgesetzt. Diese dicken spanischen Mamis, die ihre fünf Kinder hinterherschleifen machen einem Angst. Bei uns würde man das als asozial bezeichnen, dort ist es anscheinend normal. Ich weiß, dass ihr mich versteht, aber ich möchte sagen, dass es natürlich immer Ausnahmen gibt!! Ich persönlich empfinde die Mentalität der Spanier als unangenehm, aber dies ist wie alles im Leben Geschmackssache. Jetzt zu den positiven Seiten. Man hat eine Großstadt und das Meer mit langen Sandstränden in einem. Wenn man mal keine Lust mehr hat bei 40 Grad kräfteraubende Sightseeing-Marathon-Läufe zu vollziehen legt man sich einfach einen Nachmittag an den Strand und lässt die Seele baumeln. Mit gemieteten Sonnenschirm versteht sich. Denn ohne wäre ich trotz meiner robusten Haut verbrannt. Genau Sonne, Meer, Großstadt und natürlich wie kann es auch anders sein die Kunst Gaudis. Sein im Norden der Stadt erschaffener Park Güell lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein und auch fotomotivtechnisch (diese Neologismen immer) wird einem so einiges geboten. Shoppen kann man dort auch aber ich würde niemals wagen zu behaupten, dass Barcelona die Stadt der Mode oder so ist. Es finden sich hunderte Zaras, Mangos und H&Ms. Einheitsbrei eben. Das einzige Shopping Highlight ist der erst kürzlich eröffnete Primark direkt in dem Einkaufszentrum neben unserem Hotel und natürlich der TOPSHOP in den Innenstadt, bei dem ich mein Geld gut anlegen konnte. Großer Pluspunkt: Das hervorragende U-Bahn-Netz. Man ist überall ohne große Probleme hingekommen, außerdem hatten die Bahnen Klimaanlagen! Fazit: Alles in einem eine schöne Stadt, die allerdings meines Erachtens nicht an die nordischen Städte heranreichen kann. Manche sagen Barcelona sei die schönste Stadt der Welt, das kann ich für mich nicht sagen. Ich bin und bleibe einfach ein nordischer Typ, das wird mir immer wieder bewiesen. Somit ist es keine Stadt, in die ich unbedingt wieder müsste. Eine Stadt mehr auf meiner Liste abgehakt. Schön mal da gewesen zu sein-das wars. Nächstes Mal gehts wahrscheinlich nach Stockholm oder auch mal wieder nach London? Wer weiß das schon..Hauptsache im Norden, wo mein Herz schlägt.